Dekantieren – wann ist das sinnvoll?

Was gibt es nicht alles für Dinge, um Weine „atmen zu lassen“: große Glasgefäße in breiten bauchigen Formen und sämtlichen Farben, Ausgießer mit raffinierten Finessen – und dazu oftmals die Empfehlung, den (zumeist roten) Wein von 1 Stunde bis zu 2 Tagen vor dem Genuss zu öffnen, damit der Sauerstoff die besten Aromen zur Entfaltung bringt.

Bei jüngeren, hochwertigen Tropfen kann dies durchaus zu einer Verfeinerung führen.

Genau wie auch bei weißem Wein – da wird der Vorteil des Dekantierens noch häufig unterschätzt!

Ist jedoch der Wein schon älter und über den Höhepunkt seiner Reife hinaus, birgt der Kontakt mit Sauerstoff das große Risiko des „Umkippens“ – was bedeutet, dass innerhalb von wenigen Minuten ein unangenehmer oxidativer Geschmack entsteht.

Will man bei extraktreichen Weinen dennoch den über die Jahre abgelagerten Absatz vom Wein trennen, sollte man einen Dekantierer mit schmalem Hals verwenden, durch welchen sich der unmittelbare Kontakt zum Sauerstoff verringert.

Bei vielen Rotweinen ist es bereits ausreichend, ein schönes großes Glas zu verwenden und die Flasche offen stehen zu lassen- dann ist es auch ein Erlebnis, die Entwicklung mit jedem Schluck neu wahrzunehmen.

Einen minderwertigen Billigwein wird das Dekantieren nicht aufwerten können.

Natürlich kann ein Wein in einem gläsernen Dekantiergefäß auch besonders schön aussehen und das Umfüllen unter ästhetischem Aspekt empfehlenswert sein.

Ist außerdem ein Rotwein zu warm, tritt neben den Fruchtaromen der Geschmack nach Alkohol zuweilen in den Vordergrund – deswegen sollte die Trinktemperatur nicht über 18°C liegen.

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