Der Weinjahrgang 2016

Hervorragende Qualitäten mit Eleganz und Frische

Der Sächsische Wein

Sachsens Winzer hatten 2016 kaum einen Grund zur Klage. Das spätsommerliche Hochdruckwetter von Mitte August bis Mitte September war ein Segen.

Die Trauben waren früher als gewöhnlich gereift, und die Winzer konnten sehr gesundes Lesegut einbringen. Der Wermutstropfen: das Regenwetter im Oktober, das die Lese der spätreifenden Sorten Traminer und Riesling erschwerte. Am Ende fuhren die Betriebe eine Rekordernte ein.

Doch was kommt nun ins Glas? Lars Klitzsch, Vorstandschef des Weinbauverbandes Sachsen, sprach von „hervorragenden Qualitäten“, die die Betriebe gekeltert hätten. Die Weine präsentierten sich schlank, mit wahrnehmbarer Frische und hohem Wiedererkennungswert. Martin Junge, Sprecher vom Staatsweingut Schloss Wackerbarth, bescheinigte den neuen Gewächsen „Eleganz, Frische und Komplexität“.

Doch nicht alles, wo 2016 draufstand, glänzte – zumindest in den Augen der Profis. Bei einfacheren Weinen aus Sorten wie Müller-Thurgau hätte so mancher Winzer kompromissloser sein und die Weine mit weniger Restzucker ausbauen können, fand Matthias Dathan, Weinkritiker des Gault&Millau. Bei Aromasorten wie Bacchus oder Scheurebe fehlt ihm hier und da die Duftigkeit. Insgesamt seien aber viele trinkfreudige Weine entstanden. Beim Riesling sei das Angebot noch nicht in voller Breite da. „Ich denke, da liegt noch Gutes in den Kellern.“

Tabea Hundt von der Vinothek an der Frauenkirche in Dresden war von den frühreifen, leichten Sorten, wie Müller-Thurgau oder Goldriesling, positiv überrascht. 2016 ist jedoch aus ihrer Sicht kein Jahr für gute Bacchus-Weine gewesen, sie seien oft blass und es fehle die Frucht. Die Rieslinge haben ihr gut gefallen. Alles in allem empfinde sie die 2016er gegenüber den 2015ern als nachhaltiger. Hundt: „Sie werden länger halten. Ich habe den Eindruck, dass sie mehr Dichte und Körper haben.“

Für Janek Schumann, Weinhändler aus Freiberg und einer der wenigen deutschen „Master of Wine“, besitzt der 2016er Jahrgang in der Tendenz mehr Feinheit und Eleganz als der Vorgänger. Die Weine erzeugten mehr Spannung im Mund. Was ihm auffiel: Viele Weine wiesen eine gute Fruchtreife auf und hätten eine sortentypische Säure. Schumann fand ausdrucksstarke Burgunder-Weißweine, aber auch Scheureben und Traminer. Sein Fazit: „2016 ist ein Jahrgang, der den Winzern das Potenzial bot, Weine mit Wiederkennungswert zu schaffen.“

(Quelle: Freie Presse Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG )

 

„Viel Flexibilität“ habe die Ernte von den Winzern gefordert, hieß es beim sächsischen Landeslandwirtschaftsamt. Das lag natürlich am Wetter, das nicht mit Herausforderungen geizte.

Das Frühjahr war eher trocken. Der Juni war dann sehr niederschlagsreich und brachte Verrieselungsschäden etwa bei Traminer-Anlagen und einigen Krankheitsdruck durch den Falschen Mehltau.

Günstiger für das Wachstum waren die hochsommerlichen Temperaturen von August bis September, doch bedeutete dieextreme Hitze Ende August für die Reben wiederum Stress.

Die Lese der frühreifen Sorten begann am 10. September mit sehr guten Qualitäten. Stellenweise sorgte allerdings die japanische Kirschessigfliege für Probleme. Zum Glück verhinderten die kühlen Temperaturen im nasskalten Oktober größere

Schäden. Durch emsige Arbeit im Weinberg gelang es den Winzern, überwiegend sehr gesundes Lesegut einzubringen. Auch die Menge stimmt; sie wurde auf 27.500 Hektoliter geschätzt.

Es  wird auch sehr gute hochwertige Spezialitäten bis in den edelsüßen Bereich geben.

(Quelle: Deutsches Weininstitut)

Eingetragen in: Wein News aus Sachsen

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